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LernSax: Folgen von Cyberangriffen wirken weiter nach – Softwarefehler im Rechenzentrum schwer zu umgehen

Bereits den dritten Tag in Folge lief LernSax gestern nicht reibungslos. Die Gründe dafür sind im Rechenzentrum in Karlsruhe zu suchen. 

Nachdem in der Vorwoche DDoS-Attacken LernSax vorübergehend behindert hatten, führten nachfolgende technische Probleme im Rechenzentrum bisher zu drei Tagen eingeschränkter Verfügbarkeit von LernSax. In der Zwischenzeit ist es den Technikern gelungen, nicht nur die eigentliche Problemsituation zu analysieren, sondern auch erste erfolgreiche Schritte zu deren Behebung einzuleiten. Dies ist bei laufendem Betrieb nicht ganz unkritisch umzusetzen, da es sich um einen Fehler auf Systemebene handelt. 

So war LernSax gestern über weite Strecken gut erreichbar, wenn auch mit Problemen während der Hauptarbeitszeit von 9:00 – 11:30 Uhr. Weitere Maßnahmen bis zum kommenden Wochenende werden hoffentlich den gewünschten Effekt einer weiteren Normalisierung der Situation haben. Bis dahin kann es heute und in den nächsten Tagen noch zu Einschränkungen bei der Nutzung von LernSax kommen. 

“Ich bedaure, dass es ausgerechnet in dieser angespannten Situation zu diesem Vorfall gekommen ist. Ich kann nur immer wieder versichern, dass alles Notwendige getan wird, um die Anfälligkeit des Systems weiter zu minimieren. In der Zwischenzeit wurde ein zusätzliches Sicherheitssystem in Betrieb genommen, um besser gegen Cyberattacken gewappnet zu sein. Außerdem wurden und werden die Zugangs- und Verteilungssysteme im Rechenzentrum so angepasst, dass Engpässe und Ausfälle auch bei extremer Belastung weitestgehend vermieden werden können”, so Bildungsminister Christian Piwarz. 

Die Vorgeschichte: Am 9. Dezember fand ein massiver DDoS-Angriff auf LernSax statt. Dabei handelte es sich um Verbindungsanfragen und ähnliche Pakete mit dem Ziel, das Netzwerk des Systems zu überlasten. Es wurden weder Daten aus dem eigentlichen System gestohlen, noch wurde etwas beschädigt. Lediglich die Erreichbarkeit wurde gestört. Eine Cybercrime-Einheit des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg hat bereits Ermittlungen aufgenommen. 

Auch gegen ein anderes im gleichen Rechenzentrum gehostetes Lernmanagementsystem gab es vom 6. bis 14. Dezember in mehreren täglichen Wellen kontinuierliche DDoS-Angriffe, die auch bei LernSax mehrfach zu Einschränkungen führten. 

Das meldet die Digionline GmbH, die LernSax im Auftrag des Freistaates Sachsen betreibt, und wird vom Betreiber des Rechenzentrums, der Bringe GmbH, ausdrücklich bestätigt. 

Warum Lernsax bei nur 30.000 bis 60.000 gleichzeitigen Nutzern so komplett ausfiel, war zunächst nicht ersichtlich. Die weitere Analyse des Vorfalls ergab, dass die Cyberattacken nicht das einzige Problem waren, sondern dass die Hauptfehlerquelle in der Technologie (NFS-Client-Komponente des Linux-Kernels) des Rechenzentrums zu finden war.  Das Rechenzentrum arbeitet seither fieberhaft an der Behebung des Problems. 

Es ist sicher, dass die Speicherkapazität für LernSax ausreichend ist: Den insgesamt 20 Terabyte an gespeicherten Daten stehen Reserven von 133 Terabyte gegenüber. Allein von gestern Morgen bis gestern Abend wurden 130.000 Dateien hochgeladen. Die Auslieferung kann um ein Vielfaches höher sein. Auch die Datenbankserver laufen nicht unter Volllast, sondern verfügen über ausreichende Leistungsreserven. Engpässe gibt es allerdings durch den Softwarefehler in den Vermittlungsservern des Rechenzentrums, die die eingehenden Anfragen bearbeiten. Hier hat das Rechenzentrum inzwischen eine Abhilfe gefunden. Inzwischen bearbeiten 16 so genannte Frontend-Server, mehr als doppelt so viele wie bisher, die eingehenden Datenanfragen parallel und versuchen so, den Fehler zu umgehen. Für das Wochenende ist eine Maßnahme geplant, um das Problem an der Wurzel zu packen: LernSax wird auf ein neues System umziehen, das nach anderen technischen Prinzipien arbeitet und nicht anfällig für den festgestellten Fehler in der Software ist. 

Der Betreiber des Rechenzentrums hat die notwendige Hardware bestellt und erwartet die Lieferung in Kürze. Das neue Speichersystem soll am kommenden Wochenende eingerichtet werden. 

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